EMMA, das politische Magazin von Frauen, über Franziska Heine (Update)

Samstag, 20. Juni 2009 |  Autor: computerbilly

Dass EMMA über Franziska Heine, die Initiatorin der online Petition gegen Internetsperren berichtet, ist an sich nicht überraschend. Immerhin hat es Franziska Heine geschafft, aus dem Stand, ohne Wahlkampf führen zu müssen, und ohne Lobby im Rücken, sondern einfach nur, weil es ihr wichtig war, 134.000 Menschen zu mobilisieren. Die Art wie das Magazin von Frau Alice Schwarzer über Franziska Heine berichtet, ist allerdings schon überraschend.

Kurz zusammengefasst ist man bei EMMA der Meinung, dass Franziske Heine, und alle, die derselben Meinung sind, zu einer Gruppe von “Internet-Freaks oder “Nerds”gehören, die mit lächerlichen Einwänden versuchen ihr “goldenes Kalb”, das Internet, als eine “rechtsfreie” Zone für eine “antibürgerliche Gegengesellschaft” zu erhalten. Dabei wird keine Möglichkeit ausgelassen, die Kritiker des Gesetzes mit den gängigen polemischen Mitteln als Naivlinge hinzustellen, die sich vor den Karren “der Händler und Freunde von Kinderpornografie” spannen lassen und diese damit unterstützen.

Man kennt das aus der BILD und weiß, wie sinnlos es ist, mit Argumenten gegenhalten zu wollen. Doch eines kann man nicht ohne Kommentar stehen lassen: Den Vorwurf, man hätte sich nicht die Mühe gemacht, Vorschläge zu machen, wie man es besser machen könnte.

Denn ganz im Gegenteil, es wurde nicht nur vorgeschlagen, sondern gleich in Eigenregie durchgeführt, erprobt und bewiesen. So hat der Arbeitskreis Zensur innerhalb von zwölf Stunden die Löschung von 60 Seiten mit kinderpornographischen Inhalten erreicht. Und zwar, indem man sich ganz einfach das schwedische Pendant zur zukünftigen deutschen Sperrliste besorgt hat, die Provider ermittelt, und per E-Mail über die illegalen Inhalte informiert hat. Ironischer Weise wird das sogar im EMMA Artikel erwähnt, natürlich nicht, ohne die Zahlen nach unten zu verändern.

Im Stile des EMMA Artikels könnte man es auch so ausdrücken: So hat eine kleine Gruppe innerhalb von zwölf Stunden mehr erreicht, als das BKA, Frau von der Leyen und die Zeitschrift EMMA zusammen in den letzen 2 Jahren: Das endgültige Löschen dieser widerlichen Inhalte, sowie die damit meist verbundene strafrechtliche Verfolgung der Hintermänner. Während die Behörden der Länder, die “Access Blocking” betreiben, sich damit beschäftigen, Branchenbücher für Pädophile zu erstellen (nichts anderes ist eine Liste mit kinderpornographischen Webseiten), und Stoppschilder davor aufzustellen, bleiben die Seiten im Netz, die Hintermänner unangetastet, und die Kinder werden weiterhin misshandelt. Drei der vom AK Zensur abgeschalteten Seiten befanden sich in Deutschland und waren weiter online, obwohl sie seit Monaten auf einer schwedischen Sperrliste standen. Wieviele Beweise braucht es noch, bevor die Verantwortlichen einsehen, dass “Access Blocking” Kinderschänder schützt, anstatt ihnen das Handwerk zu legen?

Ironischer Weiser schreibt Frau Schwarzer auf der Startseite ihrer Homepage über den Kampf der iranischer Frauen gegen die dortigen Machthaber.

Liebe Frau Schwarzer, was glauben sie welche technischen Mittel die Regierung im Iran dazu benutzt, um die Bevölkerung daran zu hindern, Informationen aus dem Internet zu erhalten, oder über die Situation im Iran zu berichten? Und was glauben Sie, welche Nerds und Freaks gerade jetzt in ihrer Freizeit DNS- , Proxi-Server und VPNs bereitstellen, Ihre Twitter Accounts virtuell in den Iran verlagern, um den Iranern weiterhin den Zugang zum Netz zu ermöglichen oder die Verfolgung von Oppositionellen  zu erschweren?

Richtig, es sind genau dieselben Freaks und Nerds, die auch Ihnen helfen würden, wenn z.B. eine Super Macho Regierung (gibts gleich um die Ecke in Italien), oder ein schlecht gelaunter BKA Beamter, Ihre Webseite auf eine Sperrliste setzen würde, ohne dass er vorher einen Richter um Erlaubnis fragen würde. Denn den von Ihnen so genannten “Freaks” und “Nerds”  geht es nicht um Parteien, Frau gegen Mann, CDU gegen SPD, sondern um ein Prinzip. Sagt ihnen das vielleicht etwas?

Also schlafen sie ruhig weiter, irgendwelche Nerds und Freaks passen auch auf Sie auf…

Hier der Link zum EMMA Artikel:
http://emma.de/kinderpornografie_2009_06_18.html

Und allen, dich sich über Parallelen zwischen BILD und EMMA, sowohl was Standpunkt, als auch Schreibstil betrifft, wundern, hilft vielleicht das hier:

alice-schwarzer-nicht-zwangsprostituiert-c2ab-bildblog

Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS 2.0
Thema: Allgemein, Netzpolitik

Diesen Beitrag kommentieren.

12 Kommentare

  1. Argh! Stimmt immer noch nicht. Lösch am besten die anderen zwei Kommentare. Heißen muss es natürlich:
    “Wollte selbst was drüber schreiben, aber du hast da so schön zusammengefasst, *dann* kann ich mir das ja sparen.

    Danke sehr!”

  2. Wird prompt erledigt :-) Danke für den Kommentar.

  3. Wenn ich mich recht erinnere, kämpfte Alice Schwarzer ständig gegen das Establishment. Heute heult sie mit den (Zensur-) Wölfen. Was wäre mit “Mein Bauch gehört mir!”, wenn Frau von der Layen als fundamentale Christin auch Seiten “sperren” lassen möchte, die Abtreibung propagieren? Vielleicht wäre sie da dankbar für jeden Freak.

  4. sorry: mit “sie” im letzten Satz ist Frau Schwarzer gemeint, ist leider nicht klar ersichtlich.

  5. 5
    p.bateman 
    Montag, 22. Juni 2009

    Sehr guter Eintrag. Die Parallelen zwischen EMMA und BILD werden aber noch deutlicher, wenn man sich mal anschaut, wer beim EMMA Verlag Gesellschafter ist ( http://emma.de/magazin_2009_4.html )

  6. Danke für den Kommentar. Ich hatte zuerst den Eindruck, dass es sich bei dem Link um einen Fake handelt. Aber nein, es ist die Wahrheit, es ist die EMMA Seite. Das “intellektuelle” Geseier, um das wieso und weshalb, in dem von dir verlinkten EMMA Artikel, will ich mir heute aber nicht mehr antun. Das hebe ich mir für morgen auf. Vielen Dank nochmals für den sehr aufschlussreichen Link.

  7. 7
    SwENSkE 
    Montag, 22. Juni 2009

    Tja, mich überrascht das ganz und gar nicht - im Gegenteil.
    Alice Schwarzer und ihr männerfeindlicher Radikalfeminismus sind doch schon seit Jahrzehnten vollkommen lächerlich.
    Diese Frau bejubelt Lorena Bobbit (die ihrem Mann den Penis abschnitt), verteidigt das Militärregime in Myanmar, macht Werbung für die BILD und war in Verbindung mit ihrer ‘PorNO-Kampagne’ schon immer FÜR Zensur.
    Und wer ab und zu mal auf die EMMA-Webseite schaut, wird schnell erkennen, daß dort kein Journalismus gemacht wird, sondern auf einem Niveau, daß noch unter der BILD liegt, andere Menschen diffamiert werden und zu Hexenjagden aufgerufen wird.
    Und sowas kriegt in Deutschland das Bundesverdienstkreuz.

  8. 8
    erforderlin 
    Freitag, 18. September 2009

    Die Schwarzer schadet dem Feminismus mit ihrem hirnrissigen ” alle Männer sind böse” mehr als sie hilft.

    armselig

  1. [...] Computerbilly.de: EMMA, das politische Magazin von Frauen, über Franziska Heine [...]

  2. [...] Kinderschänder diffamiert. Ich kann darüber nichts Neues mehr schreiben, das haben andere Blogger bereits getan. Und im FreiheIT-Blog wird gerade ein ganz toller offener Brief [...]

  3. [...] Informationen und Meinungen: Blogeintrag von Computerbilly | Offener Brief an die [...]

  4. [...] zu den Netzsperren bringen. Eine m. E. nach sehr gut gelungene Reaktion auf diesen Artikel kann man hier bei Computerbilly nachlesen. Schon damals schwadronierte da eine anonyme Autorin (oder gar ein Autor?! Herr Wefing, [...]

Kommentar abgeben